Leseexperiment mit ebookreader, netbook und Papier

Auf der LIS-Corner wurde von der HU Berlin ein Leseexperiment mit dem E-book-Reader Sony PRS 505, dem Netbook Samsung NC10 und einem Stück DIN A4 Papier mit Besuchern durchgeführt. Die Ergebnisse einer Testperson sind natürlich nicht repräsentativ, weitere Hintergründe zum Experiment und allgemeinere Ergebnisse gibt es hier.

Gewonnen hat das gute alte Papier.

gemessene Zeit in Minuten:

Papier:  1:19

E-book-Reader:  1:46

Netbook:  1:59

Vorbereitung der Testperson für das Leseexperiment der HU Berlin auf der LIS-Corner auf der Frankfurter Buchmesse 2009
Vorbereitung der Testperson für das Leseexperiment der HU Berlin auf der LIS-Corner auf der Frankfurter Buchmesse 2009

Papier beim Leseexperiment der HU Berlin auf der LIS-Corner auf der Frankfurter Buchmesse 2009 Zeit: 1:19 Gewinner!
Papier beim Leseexperiment der HU Berlin auf der LIS-Corner auf der Frankfurter Buchmesse 2009 Zeit: 1:19 Gewinner!
ebookreader Sony 505 beim Leseexperiment der HU Berlin auf der LIS-Corner auf der Frankfurter Buchmesse 2009 Zeit: 1:46
ebookreader Sony 505 beim Leseexperiment der HU Berlin auf der LIS-Corner auf der Frankfurter Buchmesse 2009 Zeit: 1:46
Netbook Samsung NC10 beim Leseexperiment der HU Berlin auf der LIS-Corner auf der Frankfurter Buchmesse 2009 Zeit: 1:59 min
Netbook Samsung NC10 beim Leseexperiment der HU Berlin auf der LIS-Corner auf der Frankfurter Buchmesse 2009 Zeit: 1:59 min

ebook Lesegeräte ohne Ende

Heut hab ich mir mal vorgenommen durch die Hallen zu schlendern und nach eBookReadern Ausschau zu halten, und tatsächlich waren diese kleinen teuflischen elektronischen Lesegeräte überall anzutreffen und immer in Gruppen, ja man kann sogar von einer richtigen Ebook-Reader-Schwemme sprechen. An einem Stand in Halle 4.0 waren gleich 6 verschiedene Typen zum ausprobieren aufgereiht. Der Klassiker RS 505 von Sony war vorhanden sowie sowie dessen Nachfolger RS 700 mit Stiftbedienung auf dem Display. Zum ersten mal in die Hand nehmen konnte ich den kindle 2 von Amazon und der gefällt mit persönlich am besten von allen ereadern, leicht, edles Plastik auf der Vorderseite und auf der Rückseite edles Metall, sehr gut lesbares und schön schnelles Display, eine Tastatur zum eingeben von Suchbegriffen die wirklich sehr angenehm funktioniert, die Navigation ist sehr schnell und intuitiv aber das Highlight ist für mich die “text-to-speach” Funktion mit der man sich das ebook vorlesen lassen kann, mit automatischer Umblätterung, für englische Texte ausgezeichnet zu verstehen. Inmitten der Kollektion lag auch ein iPhone, welches mit Farbdysplay und cooler Touch-Bedienung aber unschlagbar ist, trotz des Kleien Displays. Dann waren da auch noch ein paar Modelle asiatischer Hersteller die stark an den kindle oder den iPod erinnern.

EbookReaderSchwemme
EbookReaderSchwemme
noch mehr eReader
noch mehr eReader
frisch vom Schwein
frisch vom Schwein

Zum Mittag gabs Slowenischen frisch vom Schwein geschnittenen schinken, super lecker, dazu noch Käse und Brot.

So gestärkt begab ich mich in die non-book Abteilung. Dort sind so viele tolle Sachen rund ums lesen ausgestellt, dass ich die gar nicht alle aufzählen kann. Nur einiges aus der Fülle des dargebotenen: eine Lesedecke mit Ärmeln und Handschuhen gegen kalte Hände beim lesen i der Herbstlich kalten ungeheizten Studentebude, ein Knieauflage fürs Lesen im Sitzen ohne Tisch, einen Kalender der aufgeklappt stehen kann oder eine kleine LED-Leselampe zum abklemmen an die Lesebrille, auch für eReader geeignet. Dort kann man wirklich die Zeit vergessen.

Lesedecke
Lesedecke

Zurück auf dem Stand schaute auch Prof. Büttner aus Potsdam auf  (seinem) Stand mal vorbei und erkundigte sich nach den Rekrutierungserfolgen. Ich konnte ihm melden das vor allem an der Fernweiterbildung reges Interesse bestand. Die StudentInnen von der HAW Hamburg haben heut gleich zwei Vorträge gehalten. Feststellen konnte ich auch, das immer mehr Leute von der 31.DGI-online-Tagung bei uns auf der LIS-Corner den guten Kaffee genießen, ihr seid alle herzlich willkommen.

Prof. Büttner, FH-Potsdam, auf der LIS-Corner 2009
Prof. Büttner, FH-Potsdam, auf der LIS-Corner 2009
HAW Präsentation
HAW Präsentation
HAW Publikum
HAW Publikum

Am Abend wurde ein paar Gänge weiter noch mal richtig aufgetischt, mit Schlachtplatte und Schwarzbier vom Fass. Dort vernahm ich auch die geschoichte eines Familienvaters einer 2-jährigen Tochter, welche schon iPhone sagen kann und sich selbstständig mit dem innovativen Gerät beschäftigt. So wächst eine neue Generation heran die mit dem iPhon spielt und liest statt mit kinderbüchern aus Papier.

Morgen ist ist young informational professional (YIP) day auf der DGI-online-Tagung und ich bin schon ganz gespannt auf die Vorträge dort, genau wie Lambo.

auf der DGI-online-Tagung

Am Vormittag während der Standbetreuung auf der LIS-Corner konnte ich ein par Gymnasiasten dazu bekehren (vielleicht) in Potsdam Informationswissenschaften zu Studieren und auch ein interessantes Gespräch mit zwei Sicherheitsbeamten, eigentlich Studenten des Wirtschaftsingenieurswesens, die hier auf der Messe für Sicherheit sorgen, entspann sich. Ich hab sie ausgefragt ob und wie sie die Bibliothek in ihrem Studium benutzen, ihnen noch Citavi als Literaturverwaltungsprogramm für ihre zukünftigen Hausarbeiten, obwohl sie meinten das sie nicht so viele schreiben müssen, empfohlen und sie über die Möglichkeiten eines Masterstudium in den Informationswissenschaften informiert.

war nicht so schwer zu erraten
war nicht so schwer zu erraten

Um 11 machte ich mich dann auf den Weg zur “Bibliothek im Foyer” der Halle 4.2 wo Eric Steinhauer mit vielen anderen Experten über “Vision oder Wirklichkeit des elektronischen Lesesaals” diskutierte.

Bibliothek im Foyer
Bibliothek im Foyer

Eine halbe Stunde später eröffnete dann auch die 31.DGI-online-Tagung, die wir LIS-Corner StudentInnen durch eine Kooperation mit der DGI besuchen dürfen, mit einem sehr interessanten und aufgelockerten, das Publikum wurde durch viele Fragen sehr schön eingebunden und einige Star Trek Anleihen, “live long and prosper”, gaben Anlass zum schmunzeln, Vortrag “ECM und Informationsmanagement – eine internationale Perspektive” von Hanns Köhler-Krüner, auch bekannt als HannsKK auf Twitter, und getwittert  bzw. gezwitschert wurde viel. Besonders hervorzuheben, und für lautes Gelächter im Raum sorgend, ist die wirklich sehr gelungene Verbildlichung bei der Einführung eines ECM im Unternehmen. Erst wird klein angefangen bis es versagt und ein größeres angeschafft wird welches dann auch wieder versagt und dann das nächstgrößere zum Einsatz kommt. Als Festvortragsrednerin kam aus Amerika Janice R. Lachance, CEO Special Libraries Association (SLA) zu Wort. Sie stellte die Ergebnisse einer Studie zum Image der BibliothekarInnen vor und welche Konsequenzen die SLA daraus zieht, nämlich SLA verschwinden zu lassen. Natürlich nur den Namen, der wird in ASKPro = Association for Strategic Knowledge Professionals umgewandelt, so soll eine neue Wertschätzung für die Profession der Informationsarbeiter vor allem bei der Firmenleitung geschaffen werden. Durch das aktive getwitter über die W3C Tagung “teaching the web”, die Zeitgleich in Potsdam an der Fachhochschule stattfand, wurde ich darauf Aufmerksam, dass auch Lambert Heller (Lambo) die Frage in seinem Vortrag “Wie das Web die Ausbildung von Bibliothekaren verändert – und weiter verändern wird”  stellte “was kommt nach den Bibliothekaren und wie werden sie heißen?”. Nun die SLA bzw. ASKPro hat wohl schon die Antwort, aber das Amerika uns immer mindestens zwei Jahre voraus ist sind wir ja schon gewohnt. In der Pause konnte ich HannsKK auf einen Kaffee bei uns auf der LIS-Corner überreden, wo er sich gleich den Sony ebookreader der HU schnappte.

live long and prosper
live long and prosper
SLA / ASKPro Chefin
SLA / ASKPro Chefin

Am Nachmittag bin ich dann nochmal “Auf Humboldts Spuren” gewandelt und hab mir die Bücher dort etwas genauer angesehen.

Auf Humboldts Spuren
Auf Humboldts Spuren

Danach blieb noch Zeit für einen ausgiebigen Test des neuen ebookreaderstxtr bevor es zum Abendessen auf die diversen Standparties ging, Cola mit Chips, Käse, Frühlingsrollen, ja China ist immer noch Gastland, hat sich noch nicht mobben lassen, und Brezeln.

txtr: the next generation reader
txtr: the next generation reader

Die Sitzlümmel sind heut endlich angekommen.

Der Morgen begann aber erstmal mit einer anderen großen Überraschung, denn die Sitzlümmel, mit denen wir schon gar nicht mehr gerechnet hatten, waren endlich geliefert worden!

Sitzlümmel
Sitzlümmel

Und morgen wieder DGI-online-Tagung, “Bibliothek im Foyer”, Vorträger der Hamburger bei uns auf der LIS-Corner über usability und den neuen Super-OPAC “beluga” und nicht vergessen unsere standparty um 16:30, mal zu Hause Essen ist auch ganz schön.

txtr, der weiße ebookreader

Gestern eine Pressekonferenz gegeben musste ich gleich mal den kleinen Stand des Berliner startups aufsuchen und den ebookreader in die Hand nehmen. Klein, leicht, weiß aber mit billig anmutender Plastikhülle präsentierte sich der Winzling. Die Lesbarkeit ist sehr gut und der Seitenwechsel ist relativ schnell, das Display auf den ersten Blick ziemlich klein, aber daran wird man sich schon gewöhnen. Die Bedienung mit den berührungsempfindlichen Tasten ist ohne Beschreibung erst einmal nicht intuitiv aber nach einer kurzen Erläuterung leicht nachzuvollziehen obwohl doch etwas hakelig schwergängig. Aber das sind nicht die einzigen Kinderkrankheiten, der txtr stürzte beim Test dreimal ab und es sind auch längst nicht alle Grundfunktionen (Größenänderung) schon implementiert. Kaufen und tauschen (vernetzte lesen) kann man aber schon ebooks im txtr eigenen onlineshop über das Gerät selbst. Die digitalen Bücher werden dann per Handy Netz im epub-Format auf das Leichtgewicht übertragen, auch mit freien Büchern wird so verfahren, bloß ohne Geld. Teuer ist er mit 320 € ja schon und bis zum Verkaufsstart ist noch eine Menge Arbeit zu leisten.

txtr: next generation reader
txtr: next generation reader

Steinhauer in Action, aufm Sofa

Auf dem Sofa der “Bibliothek im Foyer” von B.I.T.-online und Fachbuchjournal auf der Frankfurter Buchmesse in Halle 4.2 drängten sich heut viele Experten um über “Vision oder Wirklichkeit des elektronischen Lesesaals zu diskutieren. Ich konnte Leider nicht so lange bleiben, da die 31. DGI-online Tagung parallel dazu startete und auf unserem LIS-Corner stand auch noch ein Leseexperiment der HU Berlin “Lesestudie: Experiment mit Print, PC und ebook-Reader” stattfand.

Aber schaut selbst mal rein.

Bibliothek im Foyer
Bibliothek im Foyer

Zweiter Messetag – Von Sitzlümmeln, ebook-Readern und Buchentdeckungen

Am zweiten Buchmessetag war ein deutliches Anschwellen des Besucherstroms in den Hallen zu bemerken. Vor Allem kamen mehr jüngere Leute und Schulklassen vorbei. Wie auch gestern waren unsere Standbesucher nicht nur an den Giveaways interessiert (obwohl es auch von dieser Sorte genug gab^^), sondern es ergaben sich viele, häufig sogar längere Gespräche. Dabei kamen zum Beispiel bei uns in der Berliner Ecke die meisten direkten Fragen nach dem postgradualen Fernstudium und der schon erwähnten Buchpublikation Bibliotheken bauen und ausstatten. Es wird interessant sein, ob sich das im Laufe des Wochenendes zum Direktstudium hin verschieben wird, da dann mit deutlich mehr Schülern zu rechnen ist.

Der Morgen begann aber erstmal mit einer anderen großen Überraschung, denn die Sitzlümmel, mit denen wir schon gar nicht mehr gerechnet hatten, waren endlich geliefert worden! Da wir diese jedoch noch zu Fuß abholen mussten, machte sich ein kleiner Trupp von uns nichtsahnend zur Halle 10 auf, wo wir den Ansprechpartner der Firma erwarteten… Daraus wurde im Endeffekt eine kleine Odysse von einer Halle zur anderen und wieder zurück, da der genauen Standpunkt uneindeutig war und wir, als wir uns einfach durchfragten, auf mehrere mögliche Büros verwiesen wurden. Ein ordentliches Kältebad…

lost und kalt, kalt, kalt!
verloren in der Kälte

…und der anstrengende Rückweg zu unserem Stand hat sich aber gelohnt, denn die hellgrünen Sitzlümmel harmonieren wirklich wunderbar zum grün des Teppichs. Außerdem sind die an Tetrisklötzchen erinnernden Sitzgelegenheiten ein echter Hingucker – vor Allem, wenn sich fünf Leute damit außer Atem durch das Messegelände schleppen. 😉

grüne Sitzlümmel verschönern unseren Stand
grüne Sitzlümmel verschönern unseren Stand

Die neue Errungenschaft konnten wir auch gleich wunderbar einsetzen, als wir Berliner im Anschluss unser kleines Leseexperiment an einigen Besuchern ausprobierten. Dabei griffen wir ein Projektseminar bei uns am IBI auf, in dem einige Studien zum Leseverhalten in Zeiten neuartiger Ausgabegeräte wie ebook-Readern und einem generell verstärkten Konsum vor dem PC-Bildschirm durchgeführt wurden. Wir nahmen die im Seminar von einer der Arbeitsgruppen gestellte Frage auf, auf welchem Medium man am zügigsten lesen kann – Print, PC-Bildschirm oder ebook-Reader? In einer etwas abgespeckten Versuchsanordnung ließen wir unsere Versuchteilnehmer ein chinesisches Märchen zu jeweils gleichen Teilen auf jedem der drei Medien lesen und stoppten jedes Mal die Zeit. Zuvor mussten sie noch einschätzen, auf welchem Weg sie den Text am schnellsten bewältigen würden.

zwei unserer Testkandidaten
zwei unserer Testkandidaten

Auch unter den eingeschränkten Versuchsbedingungen bestätigte sich die Tendenz, welche sich schon im Seminar herauskristallisiert hatte: Die meisten der Teilnehmer benötigten auf allen drei Medien in etwa dieselbe Zeit für das Lesen des Textes. Ebenso schätzen die meisten von ihnen das bedruckte Papier als das effektivste Medium ein, was aber nur in einem Fall deutlich zutraf. Weiteres zum Experiment, der Versuchsanordnung und möglichen beeinflussenden Faktoren kann ich hier aus Zeitgründen nicht aufführen. Nur so viel: Neben dem bedruckten Papier ließen wir die Teilnehmer von einem Sony ebook-Reader und einem Samsung NC10 ablesen.

txtr
txtr

Auf einen sehr aussichtsreichen Kandidaten unter den angekündigten ebook-Readern konnten wir am Nachmittag noch einen Blick werfen, da in Halle 3.0 die txtr GmbH ihren txtr zeigte. Aber auch dieser hatte im vorliegenden Stadium noch ein paar Macken. Dazu wird Dierk später etwas schreiben.

Nach einem Tag voll mit Standdiensten und vielen Gesprächen mit allen möglichen Leuten habe ich es sehr genossen, mir danach mal in zwei Stunden die riesige Halle 3.0 vorzunehmen. Der Schwerpunkt dort liegt auf Fiction/Non-Fiction, es sind viele bekannte Verlage wie dtv, btb oder Diogenes vertreten. Beim entspannten Stöbern fielen mir neben altbekannten Romanen und den ganzen Neuerscheinungen auch hin und wieder Bücher mit Bibliotheksbezug in die Hände, so zum Beispiel:

Dewey und ich (Vicki Myron, Bret Witter)
Dewey und ich (Vicki Myron, Bret Witter)

Die unendliche Liste (Umberto Eco)
Die unendliche Liste (Umberto Eco)

Zumindest das neue Buch von Eco habe ich innerlich schon mal auf meine persönliche unendliche Wunschleseliste gesetzt. 😉